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ARBEITEN MIT KI

re:publica, maßgeschneidert

Am 9. und 10. Oktober 2026 findet die re:publica x New Fall Festival zum zweiten Mal in Düsseldorf statt, im NRW-Forum am Ehrenhof. Veranstaltet wird sie von der republica GmbH gemeinsam mit dem New Fall Festival, das in derselben Woche an mehreren Orten der Stadt Konzerte gibt. Zwei Tage, vier Bühnen, Vorträge, Podien und Workshops über digitale Gesellschaft, Politik, Medien, Kultur und Innovation. Das Konferenzprogramm im NRW-Forum ist kostenfrei, ein Ticket brauchst du dafür nicht. Einen Livestream gibt es nicht, die Beiträge werden im Nachgang online gestellt. Die Bühnen heißen R-Forum, K-Forum, Word & Sound Stage und Workshopraum.

re:publica x New Fall Festival am 9. und 10. Oktober 2026 im NRW-Forum und Ehrenhof in Düsseldorf
re:publica x New Fall Festival in Düsseldorf. Veranstaltungsmotiv.

Aus den gut vierzig Sessions im offiziellen Programm habe ich mir mit KI einen eigenen Plan gebaut. Der erste Durchgang war eine Liste thematisch passender Vorträge, das kann jede Suchfunktion. Interessant wurde es beim zweiten Durchgang, als ich nach einem Ablauf gefragt habe, der die Räume berücksichtigt, und beim dritten, als ich wissen wollte, wo die Pausen sind. Die Antwort: Der Zeitplan kennt keine. Die Sessions laufen in jedem Raum durch, und über Verpflegung steht auf der Konferenzseite nichts. Die freie Zeit muss man sich also selbst setzen. Ich habe das getan und diese Blöcke ausdrücklich als Netzwerkzeit eingetragen.

Denn eines gilt für diese Konferenz besonders: Was auf der Bühne gesagt wird, kannst du in ein paar Wochen nachsehen. Was im Foyer gesagt wird, nicht. Deshalb lege ich meinen Plan hier offen. Wenn du zu einem dieser Zeitpunkte am selben Ort bist, würde ich mich freuen, wenn wir uns verabreden, bei einer Session oder in einem der freien Blöcke, und über KI reden, über deine Fragen, deine Projekte, deine Zweifel.

Du findest die Veranstaltung auch in meinem Treffenkalender. Die folgenden Zeiten sind mein persönlicher Plan, keine zusätzlichen Angebote des Veranstalters. Programmänderungen sind möglich.

Programm · Warum für mich · Treffen

Freitag, 9. Oktober

11:00 bis 12:00, K-Forum: From Lab to Newsroom

Podiumsdiskussion über das Duisburger KI-Ökosystem und die Frage, wie KI aus der Forschung in Medien, Kommunikation und Wirtschaft gelangt.

Warum für mich: Ich komme aus Oberhausen und arbeite an KI-Strukturen für das Ruhrgebiet. Hier sitzen vier Menschen aus der Region auf einer Bühne, die dieselbe Transferfrage von der Duisburger Seite her beantworten.

Treffen: Podien mit mehreren Mitwirkenden lösen sich hinterher am Bühnenrand auf. Ich bleibe dort stehen.

12:00 bis 13:30, Netzwerken

Neunzig Minuten ohne Programm, Mittag im Foyer und am Ehrenhof.

Warum für mich: Es ist das breiteste freie Fenster des Tages, und ich habe es festgelegt, bevor ich die Nachmittagsvorträge ausgesucht habe.

Treffen: Wer aus dem Ruhrgebiet kommt und an regionalen KI-Netzwerken, Verwaltung oder Kultur arbeitet, findet mich hier am leichtesten.

13:30 bis 14:00, K-Forum: Mehr Lokalität wagen

Kurzvortrag über kommunale digitale Demokratiearbeit am Beispiel von @ueberhausen, mit dem Befund, dass auf kommunaler Ebene flächendeckend nur die AfD digital aktiv ist.

Warum für mich: Es ist meine Stadt, und es ist die Frage, mit der ich in Kommunen und Verwaltungen täglich zu tun habe, nämlich wie Resonanz vor Ort entsteht statt Reichweite im Netz.

14:00 bis 14:30, K-Forum: Politik trifft Wissenschaft

Gespräch zwischen Landtagsabgeordneter und Politikwissenschaftlerin über die Gestaltungsmacht eines Bundeslandes bei KI, wenn die Modelle in Kalifornien entstehen und in Brüssel reguliert werden.

Warum für mich: Genau an dieser Stelle hängt jede Struktur- und Finanzierungsfrage für regionale KI-Vorhaben in NRW. Gleicher Raum wie zuvor, kein Wechsel.

Treffen: Wer mit Landespolitik, Städten oder Behörden arbeitet, sitzt hier richtig.

14:30 bis 15:15, Netzwerken

Dreiviertelstunde, Kaffee, zwei Gespräche.

Treffen: Der Moment, um die beiden Referentinnen noch im Raum anzusprechen, bevor sich alles verläuft.

15:15 bis 15:45, R-Forum: Alexandra Geese über Plattformmacht (optional)

Kurzvortrag darüber, wie Plattformalgorithmen politische Meinungsbildung beeinflussen und demokratische Akteure zurückstufen.

Warum für mich: Die Machtlogik hinter den Plattformen ist dieselbe, die ich in meiner Arbeit an den Kapitalstrukturen der KI-Branche beschreibe. Ob ich hineingehe oder im Gespräch bleibe, entscheide ich vor Ort.

15:45 bis 17:15, Netzwerken

Eine der längsten offenen Strecken des Wochenendes, neunzig Minuten.

Treffen: Weniger Eile als am Mittag, gut für Gespräche, die mehr als einen Kaffee brauchen. Ich bin zwischen Foyer und Ehrenhof zu finden.

17:15 bis 18:15, Workshopraum: KI und Nachhaltigkeit

Workshop, der KI im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Demokratie und Verantwortung verortet und fragt, wie NGOs in NRW das mitgestalten können.

Warum für mich: Ich arbeite an einem Buch über die ökologischen Folgen der KI-Infrastruktur, und ich habe den Slot weniger wegen des Themas gewählt als wegen des Formats. Zwanzig bis dreißig Menschen arbeiten miteinander, statt dass zweihundert nebeneinander zuhören.

Treffen: Wer um Viertel nach sechs noch weiterredet, redet richtig.

Abend

Die Rheinterrasse mit Rheingoldsaal und Radschlägersaal liegt ein paar Minuten am Rhein entlang. Dort spielt um 19:30 das Moses Yoofee Trio, um 21 Uhr Babyshambles.

Um 23 Uhr gibt es laut Festivalprogramm eine re:publica-Nacht im NRW-Forum, dafür ist anders als tagsüber ein Ticket nötig. Die Samstagnacht war zum Zeitpunkt meiner Recherche bereits ausverkauft, wer feiern will, feiert also am Freitag.

Samstag, 10. Oktober

11:00 bis 13:15, R-Forum: Drei Vorträge, ein Stuhl

Um 11 Uhr sprechen Markus Beckedahl und Thomas Jarzombek über digitale Souveränität und die Frage, wie viel Macht Staat und Gesellschaft gegenüber Tech-Konzernen zurückgewinnen müssen.

Um 11:30 folgt der Realitätscheck über geschönte Bewertungen bei Google Maps.

Um 12:15 läuft ein Vortrag über Freundschaft, Liebe und Therapie mit Chatbots, den ich als Pause nutzen kann.

Um 12:45 ordnet Hendrik Heuer den neuen KI-Bericht der Vereinten Nationen ein und zeigt, was wir über KI wissen und was nicht.

Warum für mich: Souveränität und der UN-Bericht sind mein Kernregister. Der Bewertungsvortrag klingt nach Feuilleton, betrifft aber direkt meine Arbeit an KI-Sichtbarkeit für Institutionen, denn er fragt, was Plattformsignale noch wert sind, wenn sie systematisch manipuliert werden.

13:15 bis 14:00, Netzwerken

Mittag, die dichteste Foyerzeit des Wochenendes.

Treffen: Wer am Freitag nicht da war, hat hier die beste Gelegenheit.

14:00 bis 14:30, K-Forum: Think or Sink

Ein Entwickler hat einem KI-Agenten sein dreißig Jahre altes Motorboot anvertraut und zeigt, wo der Agent gute Entscheidungen trifft und wo er grandios scheitert.

Warum für mich: Das ist die Sorte konkreter Empirie, die den Begriff Autonomie erdet, statt ihn aufzublasen. Ich brauche solche Fälle für Vorträge und für die Beratung von Unternehmen, die gerade ihre ersten Agenten einführen.

14:30 bis 16:00, Netzwerken

Neunzig Minuten, wahlweise mit der improvisierten KI-Show auf der Word & Sound Stage ab 14:45.

Treffen: Gespräche nach einer Show beginnen anders als nach einem Vortrag. Auch eine gute Zeit für alle, die sich über KI-Agenten austauschen wollen.

16:00 bis 17:00, R-Forum: Grimme Online Award, Bekanntgabe der Nominierungen

Die Nominierten des Grimme Online Award 2026 werden vorgestellt, mit den Macherinnen und Machern und den Nominierungskommissionen im Raum und ausdrücklichem Publikumsaustausch.

Warum für mich: Zeitgleich läuft auf der Word & Sound Stage eine Intervention über KI-Geschäftsmodelle, die mich inhaltlich mehr reizt. Ich gehe trotzdem zu Grimme, weil ich die Intervention später ansehen kann und die Menschen im Saal nicht. Für alle, die zwischen Medien, Kultur und NRW-Institutionen arbeiten, ist das die kontaktstärkste Stunde der beiden Tage.

Treffen: Hier.

17:15 bis 17:45, R-Forum: Mensch, Maschine, Mythos

Kurzvortrag, der den Begriff KI-Agent entzaubert und die nüchterne Technik dahinter zeigt.

Warum für mich: Ich will wissen, wie andere den Agentenbegriff erklären, weil ich selbst ständig daran arbeite, ihn ohne Magie zu vermitteln.

18:00, Henkel-Saal: José González

Auf diesen Termin freue ich mich seit Wochen. Ich bin ein großer Fan von José González, und dass er ausgerechnet am Konferenzsamstag im Henkel-Saal spielt, ist für mich das schönste Detail dieses Programms.

Der Henkel-Saal liegt in der Altstadt und ist vom NRW-Forum aus zu Fuß erreichbar. Ich verlasse das R-Forum deshalb pünktlich um Viertel vor sechs und lasse den letzten Konferenzvortrag über die viralen Debatten des Jahres aus.

Treffen: Wer ebenfalls Tickets hat, wir sehen uns dort. Später am Abend spielt um 20:30 Boondawg mit Band im Rheingoldsaal.

Das ist mein Plan. Neun feste Sessions, ein paar optionale, ein Konzert und rund sechs Stunden, in denen nichts stattfindet, was im Programm steht. Diese sechs Stunden sind der Teil, den man später nicht nachsehen kann, und deshalb sind sie der Teil, für den ich hinfahre.

Wenn du auch in Düsseldorf bist und Lust auf ein Gespräch hast, sag mir gern vorher Bescheid. Dann verabreden wir uns bei einer Session oder in einem der freien Blöcke. Ich freue mich darauf, Menschen kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über das nachzudenken, was uns gerade beschäftigt.

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