Wie wollen wir mit KI arbeiten?
Die Arbeit wird sich verändern. Wir können sie so gestalten, dass Menschen, Organisationen und Umwelt davon profitieren.
In den kommenden fünf Jahren dürfte KI häufiger zusammenhängende Aufgaben übernehmen: Informationen einordnen, Abläufe vorbereiten und innerhalb vereinbarter Grenzen handeln. Diese agentische KI kann uns entlasten und neue Möglichkeiten eröffnen. Ob daraus in diesem Zeitraum eine allgemeine künstliche Intelligenz, kurz AGI, entsteht, bleibt offen. Für die Vorbereitung müssen wir diese Frage nicht abschließend beantworten.
Verstehen, was wir aus der Hand geben.
Je selbstständiger KI arbeitet, desto bewusster sollten wir ihren Auftrag gestalten. Was darf sie entscheiden? Welches Wissen braucht sie? Wann muss ein Mensch prüfen oder eingreifen? Gute Zusammenarbeit entsteht, wenn wir Möglichkeiten und Grenzen verstehen und Verantwortung klar zuordnen.
Der europäische Rechtsrahmen, insbesondere der EU AI Act, gehört dazu. Welche Pflichten gelten, hängt von der Anwendung und der eigenen Rolle ab. Wer die Anforderungen früh versteht und sinnvoll umsetzt, kann verlässlichere Abläufe schaffen und Vertrauen gewinnen. Daraus können auch wirtschaftliche Chancen entstehen.
Einen europäischen Weg bewusst gestalten.
Für mich bedeutet dieser Weg, technische Möglichkeiten mit Menschenwürde, Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung zu verbinden. Dazu gehört auch die ökologische Frage: Welchen Nutzen schafft eine Anwendung, und welchen Aufwand an Energie, Wasser und Hardware nehmen wir dafür in Kauf?
Wir sollten KI gezielt dort einsetzen, wo sie Arbeit verbessert oder hilft, Ressourcen zu schonen. Passende Modelle, sparsame Verarbeitung und langlebige Lösungen sind dabei ebenso wichtig wie die Freiheit, einen Anbieter wechseln zu können. Europäische Angebote und geeignete offene Modelle können dazu beitragen; ihre Herkunft allein macht sie noch nicht nachhaltig. Entscheidend ist, wie wir sie auswählen und nutzen.
Die Menschen auf diesem Weg begleiten.
Für viele Mitarbeitende steht zunächst eine persönliche Frage im Raum: Was bedeutet das für meine Arbeit und meinen Platz im Team? Darauf braucht es ehrliche Gespräche, Lernzeit und die Möglichkeit, Veränderungen mitzugestalten. Gewonnene Zeit sollte auch für Entlastung, bessere Zusammenarbeit und berufliche Entwicklung genutzt werden können.
Das beginnt bei Geschäftsführung und Vorstand. Wer selbst Orientierung gewonnen hat, kann Chancen, Grenzen und Verantwortung verständlich vermitteln. Führungskräfte und Teams brauchen anschließend Raum, um an ihren eigenen Aufgaben zu lernen, Ergebnisse zu beurteilen und Fragen zu stellen.
Sie müssen heute keinen fertigen Plan für die nächsten fünf Jahre haben. Ein gemeinsames Verständnis und ein überschaubarer Anfang reichen, um Erfahrungen zu sammeln. Ich begleite Sie dabei, eine Richtung zu finden, die zu Ihrer Organisation und den Menschen darin passt – in der persönlichen Beratung und in Workshops und Seminaren.